Wettkampftag! Was tue ich eigentlich hier?!

Ende der Woche ist es wieder so weit. Der Startschuss des Berliner Halbmarathons fällt und tausende Läufer drängen sich über die Startlinie auf die Strecke durch die Straßen der Hauptstadt. Anfänglich meist bestens gelaunt und hochmotiviert, ein paar Kilometer später oft mit nicht mehr ganz so guter Stimmung, bis dann auf der Ziellinie das Hochgefühl zurückkommt und alle Leiden der vorangegangen Kilometer vergessen sind.

Aber wieso startet man als Freizeitläufer eigentlich bei solchen Laufveranstaltungen und Wettkämpfen? Diese Frage stellen mir zum einen nicht-laufende Freunde und manchmal auch ich mir selbst. Wenn es beispielsweise im Training für einen Lauf nicht ganz so optimal läuft, eine Erkältung mir einen Strich durch die langen Läufe in der Vorbereitung macht oder aber auf der Durststrecke während eines Wettkampfs selbst.

NEUE ZIELE SETZEN, DENN STILLSTAND IST RÜCKSCHRITT

Wenn man mit dem Laufen anfängt setzt man sich immer wieder neue Ziele. Sei es nur 5 Minuten durchzulaufen oder irgendwann 5 Kilometer zu schaffen. Mit vielen kleinen Zielen wird man letztlich immer ausdauernder und schneller, wenn man kontinuierlich am Ball bleibt. Aber irgendwann ist man an dem Punkt an dem man eine Stunde durchlaufen kann und einen nicht die Ausdauer, sondern die vorhandene Zeit für das Training einschränkt. Da sind 10 Kilometer oder mehr keine große Herausforderung mehr, sondern die alltägliche Trainingsstrecke. An diesem Punkt sucht man nach neuen Zielen und da ist eine Laufveranstaltung oft das Naheliegendste.

Laufveranstaltungen werden über fast alle Distanzen angeboten. Anders als das Wort “Wettkampf” es vermuten lässt, sind im Normalfall Läufer unterschiedlichster Leistungsniveaus vertreten.
Zum einen bietet ein Wettkampf die Möglichkeit eine neue Distanz zu bewältigen. Zum anderen kann man einen Wettkampf aber auch dafür nutzen, um auf eine neue Zielzeit hin zu trainieren. Das Training für einen Wettkampf setzt noch einmal neue Reize im Trainingsalltag und kann helfen mehr Struktur zu geben. Von der Motivation die eine Anmeldung zu einem Wettkampfstart mit sich bringt ganz zu schweigen.

  • Motivation sein Ziel geradlinig zu verfolgen
    (z.B. über die Wintermonate für einen Frühjahrsmarathon zu trainieren)
  • Motivation über die Komfortzone hinaus zu trainieren
    (Tempoläufe, Intervalle und Distanzen die nicht ohne weiteres von den Füßen gehen)
  • Hilft Struktur in den Trainingsalltag zu bringen

Solltest du dich also in einem Motivationstief befinden und nach neuen Zielen suchen, ist die Teilnahme an einer Laufveranstaltung möglicherweise eine gute Option für dich.

WARUM TUE ICH DAS UND WIESO ZAHLE ICH DAFÜR GELD?!

Eine Frage, die sich viele Läufer während des Laufs stellen. Wenn die Beine schwerer, die zu absolvierenden Kilometer aber gefühlt nicht weniger werden, kann man schon einmal in eine mittelschwere Sinnkrise verfallen und das eigene Tun ein Frage stellen. Während des inneren Kampfes fragt man sich nicht selten, warum man nicht einfach stehen bleibt, mit der U-Bahn ins Ziel fährt und sich auf dem Weg noch ein kühles Getränk und eine Pizza genehmigt.

Diese Kämpfe mit dem inneren Schweinhund sind nicht selten Teil eines Wettkampfs. Insbesondere bei längeren Distanzen gibt es meist Abschnitte in denen man sich selbst motivieren und mentale Stärke beweisen muss. Eine gute Vorbereitung hilft solchen Situationen vorzubeugen. Aber auch das Rennen nicht zu schnell anzugehen ist ein oft gehörter, aber dennoch gar nicht so selten ignorierter, Tipp, der gegen einen Einbruch während des Laufs helfen kann. Trotzdem sollte man sich auch bereits im Training auf diese schwierigeren Moment einstellen und sich genügend motivierende Argumente zurechtlegen, um eine solche Durststrecke gut zu überstehen.

LÄUFERGEMEINSCHAFT, STIMMUNG UND GLÜCKSELIGKEIT

Im Großen und Ganzen gibt einem die Teilnahme bei einem Wettkampf aber unglaublich viel. Zum einen ist die Atmosphäre im Läuferfeld und der Zusammenhalt auf der Strecke meist eine unglaublich tolle Erfahrung. Die Starter sind motiviert und voller Freude ihren Sport auszuüben und endlich zu zeigen, worauf sie wochen- oder sogar monatelang hintrainiert haben. Zum anderen ist aber auch die Stimmung an der Strecke selbst meist überwältigend. Da finden sich jubelnde Zuschauer, anfeuernde Trommelgruppen und beeindruckte Passanten die aufmunternd die Namen auf den Startnummern rufen. Alleine aufgrund dieser positiven Reizüberflutung lohnt sich die Teilnahme an einer Laufveranstaltung.

Zu einem Wettkampf, wie auch zu einem Trainingslauf, gehören oft Höhen und Tiefen. Es gilt, die Höhen für sich zu nutzen und die Tiefen gekonnt zu überwinden. Letztlich ist es aber meist so, dass all die negativen Erfahrungen bereits im Ziel so gut wie vergessen sind und der Stolz über die eigene Leistung und hoffentlich auch das Erreichen des persönlichen Ziels überwiegt. Und wenn man sein Ziel nicht erreichen sollte – es gibt immer ein nächstes Mal. So ärgerlich das im ersten Moment auch ist, aber dafür sind wir nun mal auch alle keine Leistungssportler geworden und haben die Möglichkeit die versäumte Leistung beim nächsten Mal abzuliefern.

Für alle, die regelmäßig laufen, sich bisher aber noch an keine Laufveranstaltung gewagt haben. Hier gilt ganz klar das Motto: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt”. Ein 5-Kilometer-Lauf um Wettkampfluft zu schnuppern ist mit keiner großartigen Vorbereitung verbunden und bringt neben unglaublich viel Spaß mit Sicherheit auch eine große Portion Motivation für das weitere Training mit sich. Und es wird garantiert nicht der letzte Wettkampf gewesen sein!

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